Meine Sicht auf Liga Drei (27)

Einen gnadenlos subjektiven, aber nicht allzu ernst nehmenden Blick auf die Dritte Liga Süd wagt Sportskanone Erhard VerWunderlich
Folge 27: Nach dem zwölften Spieltag

Hätte, wenn und aber, alles nur Gelaber. Die SG H2Ku Herrenberg macht es dem mehr oder weniger geneigten Fan im Moment wahrlicht nicht einfach. Spielte die Mannschaft nach desolatem Auftakt noch gut und holte trotzdem nur wenige Punkte, gab es danach eine Durststrecke mit dürftigen Auftritten und den dazugehörigen Punkten, nämlich keinen.

Man wusste, was einen gegen die Spitzenteams erwartet. Nach 15 Minuten war das Spiel entschieden und man konnte sich wichtigeren Dingen zuwenden, zum Beispiel der Freude auf das Pausenbier oder dem inneren Blick auf die Tabelle, der schon ein wenig an Masochismus grenzt. Oder man blickt einfach interessiert weiter aufs Spielfeld, also ins Leere. Eine neue Qualität ist aber jetzt in den letzten beiden Spielen dazugekommen. Die Mannschaft lässt sich fünfzig Minuten wie der sichere Verlierer feiern, um es sich dann doch noch anders zu überlegen und in einem Akt von gleichgültiger Selbstverständlichkeit den Gegner ins Leere laufen zu lassen und sich die Punkte ins Körbchen zu legen

Man mag sich gar nicht ausmalen, was passieren würde, wenn das Ballkolllektiv sechzig Minuten lang genauso zaubert wie in den jeweils letzten Atemzügen eines Spiels. Die Katastrophe, also der Aufstieg in die zweite Liga, wäre wohl unvermeidlich und ein einfacher Christ würde zur Gottheit aufsteigen. Aber keine Angst, dazu wird es wohl kaum kommen. Trotzdem ist es für alle Gegner zum Verzweifeln, nicht zu wissen, was einen für ein Spielpartner erwartet. Spannend wahrscheinlich auch jedes Mal für das Team selber. Und auch der Zuschauer muss sich entscheiden, ob er sich vor dem Spiel Baldriantropfen zur Beruhigung oder starken Kaffee zur Aufmunterung zuführt. Man weiß ja nie. Aber trotz des momentanen Abstiegsplatzes ist ein Trend erkennbar, nämlich der, dass noch kein Trend sicher erkennbar ist. Denn, wie der Volksmund sagt, zwei gute Spiele machen noch keinen schönen Winter.

Allerdings muss ich auch zugeben, dass durch die klassengefährdete Platzierung der zweiwöchentliche Gang in die Halle prickelnder ist als im letzten Jahr, als man um einen fulminanten Mittelfeldplatz und damit um die goldene Südfrucht spielte. Und ich bin mir absolut sicher, dass es einigen anderen ähnlich geht. Das Ganze ist natürlich nur prickelnd, wenn es am Ende einen erfolgreichen Ausgang, sprich den Klassenerhalt zur Folge hat. Aber da bin ich nach dem letzten Trend absolut optimistisch.

Zumal in der Liga wirklich fast jeder jeden schlagen kann und fast jeder diese Chance auch brav wahrnimmt. Gerade auch, was das Titelrennen betrifft. Die älteren SG- Akteure, die damals den Meisterwimpel der Regionalliga für den Trophäenschrank errangen, werden sich erinnern, mit siebzehn Minuspunkten den Thron bestiegen zu haben. Und genau dieses Szenario könnte auch diesmal eintreten. Keine der Spitzenmannschaften hält es momentan für nötig, sich einen Vorrat an Winterspeck anzufuttern, sprich, einen Vorsprung herauszuwerfen. Für den heimischen Fan ist das zwar spannend anzuschauen, aber ein bischen Wehmut dürfte doch dabei sein, wenn man aus dem Keller nach oben in die Sonne blinzelt und im Kampf um Spitzenplätze die weiße Flagge hissen muss. Aber so ist das halt manchmal im Sport. Man muss auch einmal dem Besseren den Erfolg gönnen.

Die nächsten Termine:

10.07.2022: TVH Hocketse

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