Meine Sicht auf Liga Drei (41)

Meine Sicht auf Liga Drei (41)

Einen gnadenlos subjektiven, aber nicht allzu ernst nehmenden Blick auf die Dritte Liga Süd wagt Sportskanone Erhard VerWunderlich

Folge 41: Nach dem 20.Spieltag 2014/2015

Mittendrin statt nur dabei. Früher war dies einmal der Leitspruch eines Sportsenders aus einem Vorort von München. Jener Sender, der inzwischen neben zwei bis drei Stunden Sport pro Tag mit unsäglichen Quizshows glänzt, bei der selbst mein Hund wegschaut, weil er sich intellektuell beleidigt fühlt, da er die Lösung nach 5 Sekunden bellen kann und trotzdem zwei Stunden warten muss, bis wahrscheinlich ein Mitarbeiter des Senders, als Zuschauer verkleidet, anruft, um die, natürlich, falsche Lösung in die Leitung zu tröten. Oder der gleiche Sender, der uns sportlich interessierte Zuschauer bei Champios-League Spielen im Fußball zu der bizarrsten Fernsehveranstaltung aller Zeiten einlädt, in der 5 Experten in einer vollen Fankneipe über ein Spiel philosophieren, das dort jeder sieht, nur halt der Zuschauer nicht, weil er eben SPORT1 schaut und nicht SKY. Aber ich schweife ab.

Mittendrin statt nur dabei also scheint nun im Moment auch von unseren Ballcracks übernommen zu werden. Im Oktober auf Platz drei stehend kam die Erkenntnis, dass es höher nun nicht mehr gehen kann, jedenfalls noch nicht. Um nicht langweilig im Mittelfeld herumzudümpeln, musste schnell ein Konzept her, das Spannung und gleichzeitig 3. Liga beinhaltete. Und so wurde man beim Blick auf die letzten beiden Jahre schnell fündig. Der Abstiegskampf sollte es sein. Zwei Spielzeiten lang hatte das Team die Fans schon mit packenden Krimis mit Happyend versorgt, warum also auch nicht noch ein drittes Mal? Gesagt, getan. Damit aber die Zuschauer trotzdem in die Halle kommen, mussten natürlich die Heimspiele begeistern. Und auch dieses Gedankenspiel ging bisher voll auf. Aufpassen sollte man hingegen, dass die Auswärtsbilanz nicht zu positiv reinhaut, damit der Fan nicht schon nach 18 oder 20 Spieltagen den Klassenerhalt feiern muss. Aber bisher läuft das alles prima. Mittendrin eben im Abstiegskampf.

Vielleicht ist es aber auch nur so, dass diese Gedankenspiele alle frei erfunden sind und die Jungs doch gerne im oberen Mittelfeld geblieben wären. Vielleicht wollte ja auch der Trainer einmal eine ruhige Saison ohne Abstiegssorgen, in der er mit früher Planungssicherheit den Kader rechtzeitig für die neue Saison zusammenstellen kann, ohne mit der Schulter zucken zu müssen, wenn der potentielle Neuzugang vorsichtig nachfragen sollte, in welcher Spielklasse er den dann agieren wird. Vielleicht hätte der Coach mit seinen sportlichen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern ja einfach nur einmal so planen wollen wie die Horkheimer, die mit Andreas Blodig einen alten Herrenberger Bekannten aus der Bundesliga ans Stauwehr in die 3. Liga lotsen konnten. Ein Spitzenplatz in der Liga wäre für Trümpfe aus sportlichen Gesichtspunkten sicher nicht abträglich.

Was also ist passiert in nicht einmal vier Monaten? Ist der Platz der SG nun eher auf Platz drei oder sind die Ballwerfer doch im Abstiegsstrudel besser aufgehoben? Wahrscheinlich liegt die Wahrheit wohl in der Mitte. Durch die vielen und zweifellos begeisternden Heimspiele wurde eine Menge Selbstvertrauen angehäuft, das aber durch die suboptimalen Auswärtsleistungen wie Schnee in der Sonne dahinschmolz. Über die Diskrepanz von Heim- und Auswärtsleistungen wurde vor Jahren hier schon einmal philosophiert. Ergründen wird man dieses Phänomen aber wohl nie.

Verständlich wäre eine gewisse Nervosität in Auswärtsspielen vielleicht noch für einen dem fötalen Stadium gerade entwichenen Spieler, der vor kurzem noch als Einlaufkind an der Seite eines gestandenen Landesligaspielers glänzte und sich nun das erste Mal vor 300 Zuschauern auf einem fremden Hallenbelag beweisen muss. Rätselhaft wird es aber erst richtig, wenn der zweitligagestählte Athlet, der vielleicht sogar schon durch mehrfache, verschiedene Erstbesuche bei potentiellen, positiv gewogenen Schwiegermüttern seine Eignung in Drucksituationen bestens unter Beweis gestellt hat, plötzlich zittrige Harzklauen an den Tag legt, weil einige Handvoll Gegnerfans Zeitspiel fordern.

Letztlich spielen die Gründe aber keine Rolle, unter dem Strich steht trotzdem die Null. So sollten aus den nächsten zwei Spielen in Pforzheim und zuhause gegen Füstenfeldbruck mindestens sechs Punkte her, um den Blick wieder nach oben richten zu dürfen. Fünf wären auch in Ordnung, aber vier sind schon das Mindeste. Man weiß ja nie, wie lange der Krug noch zum Brunnen gehen kann, bevor er bricht. Soll heißen, mehr als drei Jahre erfolgreicher Abstiegskampf wäre dann doch relativ herausfordernd. Und wie sagte schon vor kurzem ein einheimischer Spieler: „Die dritte Liga ist immer der Fallstrick in die Oberliga“.

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